Station 4: Carl Zeiss CMP GmbH

Feinmechanisch-optische Industrie in Ost und West

Eine 175 jährige deutsch - deutsche Unternehmensgeschichte

Die ersten 100 Jahre
(1846 -1949)

1846 gründete Carl Zeiss, ein gelernter Mechaniker, das gleichnamige Unternehmen Carl Zeiss in Jena, welches sich auf das Herstellen und Entwickeln von Mikroskopen spezialisierte.
Ernst Abbe, ein bedeutender Physiker und Mitarbeiter des Unternehmens, gründete nach dem Tod Carl Zeiss‘ eine Stiftung, in dessen Hände er sowohl das Unternehmen Carl Zeiss gab, als auch die Glaswerke Schott, die die Linsen für die Mikroskope herstellten.

1857 begann Rudolf Winkel seine Arbeiten in der Präzisionsmechanik in Göttingen und gründete eine eigene Werkstatt, die später von Carl Zeiss übernommen und Teil der Carl Zeiss Stiftung
wurde. So entstand der heutige Produktions- und Entwicklungsstandort von Carl Zeiss in Göttingen.
Am Ende des Zweiten Weltkrieg besetzten amerikanische Truppen Thüringen und somit auch Jena, den Firmensitz von Carl Zeiss.

Mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Thüringen im Juni 1945 wurden auch eine Reihe führender Mitarbeiter des Carl Zeiss Unternehmens in die westliche Besatzungszone nach Heidenheim deportiert.

1946 gründeten einige dieser Ingenieure in Oberkochen ein weiteres Tochterunternehmen
(Opton Optische Werke Oberkochen GmbH).

In den ersten Jahren arbeitete diese Tochterfirma mit Carl Zeiss in Jena noch eng zusammen.

Die Teilung des Unternehmens
(1949-1989)

Durch die deutsche Teilung wurden Carl Zeiss Jena und Opton Optische Werke Oberkochen, die zuvor beide Teil der selben Stiftung waren, gespalten.

1948 wurde die Stiftung mit Sitz in Jena von der ostdeutschen Regierung enteignet, Carl Zeiss Jena wurde verstaatlicht und das führende Kombinat im Bereich der Optik entstand.

1953 ist beiden Unternehmen schließlich jegliche Zusammenarbeit untersagt worden.

1954 legte Opton Optische Werke Oberkochen, das sich mittlerweile in „Carl Zeiss“ umbenannt hatte und somit offensichtlich den Anspruch auf die Anerkennung des Unternehmens als Zeiss-Nachfolger erhob, seinen Firmensitz nach Heidenheim um.

In beiden deutschen Staaten herrschte Uneinigkeit darüber, welches der beiden Unternehmen der rechtmäßige Nachfolger der Zeiss-Stiftung sei. Im Westen wurde Carl Zeiss aus Oberkochen anerkannt, im Ostblock Carl Zeiss Jena. Ein langer Rechtsstreit zwischen beiden Unternehmen konnte erst 1971 beigelegt werden. Zeiss Oberkochen trat nun international als Opton auf, Zeiss Jena als Jenoptik.

1981 wurde die Zusammenarbeit beider Unternehmen wieder aufgenommen.

Carl Zeiss nach 1989

Trotz einer formellen Wiedervereinigung war die Zusammenarbeit der verschiedenen Firmensitze lange Zeit schwierig. Sie standen in Konkurrenz zueinander und kämpften im Osten und Westen um Marktanteile. Nur allmählich wuchsen die einzelnen Standorte zu einem gemeinsamen Unternehmen zusammen. Erst gegen Ende der 90er Jahre gelang es dem Unternehmen wieder Gewinne zu verzeichnen. Zeiss konnte schließlich bis heute zu einem der führenden Unternehmen in der feinmechanischen bzw. optischen Industrie entwickelt werden.
Zusammengestellt von Tilman Griese und Janis Groß
Übersicht von den THG Schülern Jannik Hasenkamp, Karl Kramm und Julian Leonhardt erstellt
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